Am gestrigen 19.1.2026 endete mittags die Frist für die Unterstützer-Unterschriften.
Wir haben es nicht geschafft, die nötigen Unterschriften zusammenzubekommen.
Die Gründe sind vielfältig. Wir haben sehr kurzfristig entscheiden müssen, eine eigene Liste aufzustellen und hatten daher sehr wenig Zeit, diese Liste zusammenzustellen, mit dieser Liste bei den Wählern bekannt zu werden, und einen Wahlkampf für die Unterstützer-Unterschriften-Sammlung zu organisieren.
Die Erbringung der Unterschriften im Zeitraum „zwischen den Jahren und über die Feiertage“, bei meist starken Minusgraden und verschiedenen grassierenden Erkältungen war besonders schwierig, zumal die Mitbewerber mit personalstarken „Werbetrupps“ das jeweilige Unterschriftenlokal patroullierten – bei den zwei Tagen vor dem Alten Rathaus waren zeitweise mehr Helfer der „Jungen Union“ und anderer Gruppen vor dem Rathaus als vorbeigehender Bürger – und mit großem personellem und persönlichen Aufwand die Wahlbürger „abgefischt“ haben. Den anderen Gruppierungen gilt trotzdem ohne Neid ein anerkennendes Kompliment für den zähen Einsatz!
Das Wahlgesetz macht es bereits nicht leicht, da ja die 340 Unterschriften persönlich erbracht werden müssen. Das städtische Wahlamt hat den Vorgang auch nicht erleichtert, sondern eher erschwert, indem der Unterschriften-Raum im nicht sehr günstig gelegenen Rathaus II platziert war. Die veröffentlichten und ausgehängten Öffnungszeiten waren irreführend angegeben, auch wurde im Raum selbst nicht ausgehängt, welche Kandidaten und Listen es gibt oder dort wenigstens schriftlich per Aushang darauf hingewiesen, dass jeder Wahlberechtigte dementsprechend zwei Stimmen hat (Stadtratslisten und OB-Kandidaten). Auch wären für größere Gemeinden, zu denen Landshut zweifellos gehört, mehrere Unterschriftenräume anzubieten gewesen. Landshut wäre nicht Landshut, wenn die Verwaltung hier nicht hart am Wind des Zulässigen segelnd die Vorschriften nach eigenem Gutdünken ausgelegt hätte, zu Ungunsten der „Neuen Wahlvorschlagsträger“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Sehr viele Bürger haben mittlerweile diesen Eindruck, wie ich aus zahlreichen Gesprächen weiß.
Aber, sei’s drum, es geht nicht um das „Lamentieren“, dass es nicht geklappt hat, sondern um das Danke-Sagen an alle jene Landshuter Bürger, die die Mühe auf sich genommen haben, zu unterschreiben. Und an meine Mit-Kandidaten auf der Liste, für die Bereitschaft dazu. Es war ein Privileg, gemeinsam eine Liste zu bilden und sie haben in meinem Herzen dafür einen speziellen Platz.
Für mich heißt der Umstand, dass ich somit nicht zur Wahl am 8.3. werde antreten können, mich mit dem Ende der Stadtratsperiode aus der Lokalpolitik zurückzuziehen, und mich wieder ausschließlich um meinen von mir sehr geliebten Beruf, ein wenig auch das Ehrenamt und vor allem auch das Private mehr kümmern zu können. Das ist vor allem die Familie.
Und leider bei mir derzeit noch sehr viel mehr. Durch ein unverschuldetes Schadereignis, bei dem wir durch unsachgemäßes, stundenlanges Versprühen eines Gemischs mehrerer Biozide und weiterer Träger- und Imprägniersubstanzen („Grünbelagsentferner der neuen Generation, ein neues Verfahren“) mit Dampfstrahlern in der Nachbarschaft direkt vor unserem Haus massiv geschädigt worden sind, haben wir bereits seit einer ganzen Weile eine sehr große zusätzliche Last zu tragen, um die Folgen dieses „Klebgemischs“ aus augen- und atemwegsreizenden Bioziden gesundheitlich und für unser Eigentum zu bewältigen. Nun steht in Kürze endlich der Prozess an, auf den ich jetzt meine Kraft konzentrieren muss.
Zur Politik: gekommen war ich, völlig ungeplant, um die Ochsenau zu retten. Das ist soweit gelungen, wie es noch ging, das sogenannte „Grüne Zentrum“ ließ sich leider nicht mehr verhindern. Wer glaubt, eine Wohnbebauung in der Ochsenau werde jetzt noch kommen, irrt nach meiner festen Überzeugung.
Einige weitere, mir persönlich wichtige Ziele habe ich erreicht, obwohl in jedem einzelnen Fall die vorgebebene Sitzungsvorlage auf Ablehnung ausgelegt war, teils mit akrobatischen Verrenkungen von Rechtslage und Logik. Manches an Themen kann ich jedoch nicht mehr persönlich vollenden. Der „Lärmblitzer“ per crowdfunding kommt immerhin im Februar noch endlich in die weiteren zuständigen Senate. Vieles wurde und wird auch auf die lange Bank geschoben, wie das beschlossene Grundwassermodell, die Isarhochwasser-Ausleitungen in den Auwald. Manches wird hoffentlich bleiben, wie die Nichtraucherzone in der Gretlmühle, die dortigen Lärmschwellen, die bürgerfreundlichen Öffnungszeiten für Waschsalons auch an Sonntagen, und einiges mehr. Ohne mich gäbe es mit Sicherheit die Netzwerkplatane und manchen anderen Stadtbaum nicht mehr, ja vielleicht die ganze Baumschutzverordnung, In der dazu gegründeten AG duften Verwaltung und Experten aus dem Stadtrat konstruktiv und auf Augenhöhe zusammenarbeiten – das war ein (leider zu) seltenes und wirkliches Vergnügen.
Mir bleibt, den Bürgern, die sich für die Umwelt, die Natur, den Baumschutz, den Tierschutz, für Senioren und die Schwächeren in der Gesellschaft und im Stadtverkehr einsetzen, zu danken und ihnen viel Glück und viel Kraft zu wünschen.
Dr. Stefan Müller-Kroehling
Foto:
Müller-Kroehling priv.